Geigen in Afrika

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Einige Wochen, bevor ich nach Afrika geflogen bin, machte mich meine Großmutter auf einen Artikel in den Lübecker Nachrichten aufmerksam.

Auf jeden Fall arbeitet sie auch mit ganz kleinen Geigen.

Darin wurde von der lübecker Musiklehrerin Maria Behrens berichtet, die mit ihrer Geige nach Afrika gereist ist, und dort auf viel Begeisterung für das exotische Instrument stieß. Nachdem die Zusammenarbeit mit einer allgemeinbildenden Schule nicht zufriedenstellend funktionierte, gründete sie einfach selbst eine Musikschule mitten in Ouagadougou. Das fand ich damals schon total interessant, denn bisher dachte ich, dass afrikanische Musik total auf Rhythmus fokussiert ist, und Melodien keine große Rolle spielen. Da ist eine Geige natürlich ganz anders veranlagt. Ich wollte unbedingt herausfinden, wo man da mit dem Unterricht anfängt: Wie erklärt man Tonhöhen? Und Melodien? Arbeitet die Lehrerin mit Noten, oder mit anderen Systemen zur Darstellung der Töne?

In der letzten Woche habe ich die Musikschule besucht, und war begeistert. Ich durfte ein paar Töne auf einer Kora spielen, einem typisch afrikanischem Saiteninstrument – eins der wenigen Melodieinstrumente der afrikanischen Kultur. Die Kinder lernen mit einem Finger-System die Töne auf der Geige und können alle zusammen musizieren. Ich durfte auch gleich in dem kleinen Orchester mit dem Klavier mitspielen.

Und das viele Üben mit den Kindern zahlt sich aus: mittlerweile gibt es schon eine CD, die von den jungen Musikern eingespielt wurde und  einige Schüler sind schon im Radio und im Fernsehen aufgetreten.

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